Mehrzweckgebäude, Deutsch-Wagram

Multifunktionaler Wohnbau in Massivbauweise, bestehend aus 23 Wohnungen, 2-gruppigem Kindergarten, 1- gruppiger Kleinkindbetreuung, Stadtbibliothek, Café

Konzept: Architekt J.Lopez
Planung: Architekt J.Lopez
Bauleitung: –
Leistungen: Architektur
Besonderheiten: Gewinnerprojekt 1.Teil Zentrumsgestaltung Deutsch-Wagram

Ort: Gänserndorf
Bauherr: AC Wohnen/Stadtgemeinde Deutsch Wagram
Konstruktion: Beton-Ziegel-Massivbau
Nutzfläche: 2.344m²
Budget: 4.400.000 €
Bauzeit: 2015
Projektart: Öffentliche Bauten, Bauträgerprojekte

BAUBESCHREIBUNG

für den Neubau eines zweigruppigen Kindergartens, einer eingruppigen Kleinkinder-Tagesbetreuung, einem Geschäftslokal, einer Bibliothek sowie 23 Wohnungen

in der  Stadtgemeinde Deutsch-Wagram, Friedhofallee 7,

in 2232 Deutsch-Wagram, GSt.Nr. 240/1, EZ. 92

Die Beschreibung gliedert sich in:

a)       2-gruppiger Kindergarten

b)        1-gruppige Kinder-Tagesbetreuungseinrichtung

c)       Geschäftslokal

d)       Bibliothek

e)        23 Wohnungen

Sowie in:

I.       Tiefgarage

II.       Vorplatzgestaltung/Straßenraum

III.      Baumaterialien und Technische Angaben

IV.      Statistik

ALLGEMEIN

Auf dem vorgesehenen Grundstück 240/1 soll ein Gebäude mit Mehrfachnutzungen errichtet werden. Der Bebauungsplan sieht eine geschlossene Bebauung in der Bauklasse II, III mit einer Bebauungsdichte von 80% vor.

Der L-förmige Baukörper bildet den Abschluss im Kreuzungsbereich der Bahnhofstrasse mit Friedhofallee und Kinogasse im unmittelbaren Zentrumsbereich Deutsch-Wagrams.

Im Erdgeschoss werden der Kindergarten und die Bibliothek sowie die Wohnungen und die Tagesbetreuung jeweils über eigene Eingänge über die Friedhofallee erschlossen. Der gesamte Gartenbereich ist den Kinderbetreuungseinrichtungen zugewiesen. Das Tiefgaragengeschoß mit 52 Parkplätzen, den Haustechnikräumen und Eigenkellern der Wohnungen wird über eine überbaute Rampe von der Kinogasse her erschlossen.

Zu A)    2-GRUPPIGER KINDERGARTEN

Im Erdgeschoss des Gebäudes soll ein zweigruppiger Landeskindergarten errichtet werden.

Das Verkehrskonzept sieht eine Anbindung der Tiefgaragenstellplätze für das Personal sowie die Bringphase der Kinder (4 Stk. neu zu errichtende PKW-Abstellplätze) über die Kinogasse bzw. über die Fußgängerzone in der Allee vor.

Der überdachte Zugangsbereich ist kombiniert mit dem Geschäftslokal, der Eingang erfolgt über einen Windfang zum zentralen Gangbereich, welcher als Verteiler- und erweiterte Spielzone für die Kinder dient. Im Eingangsbereich befindet sich zum Zwecke der guten Einsehbarkeit auch das LeiterInnenzimmer. Der Gang ist über die den Gruppenräumen zugeordneten Garderoben über die Sanitärräume mit dem Gartenbereich verbunden. Die Sanitärräume mit dem eingegliederten Wickelraum und der Kinderdusche dienen als Schmutzschleuse und gleichzeitig als Hauptfluchtwege.

Den beiden Gruppenräumen ist jeweils ein Abstellraum im hinteren Bereich zugeordnet, Küchen- und Personalbereich bilden eine thematische Einheit. Der Personalraum soll darüber hinaus als Multifunktionalraum für Kleingruppenarbeiten bzw. für Einzelsitzungen mit den Kindern mitbenutzt werden.

Zur direkten Anlieferung der Speisen in die Küche dient ein zusätzlicher Eingang am südlichen Gebäudeeck vom Parkplatz bzw. von der Kinogasse her.

Im nördlichen Bereich sind Personal-WC, Putzraum sowie der Bewegungsraum situiert. Der Bewegungsraum soll weiters auch von der nebenliegenden Kinder-Tagesbetreuungseinrichtung über einen eigenen Verbindungsgang mitbenutzt werden können. Darüber hinaus wurde die Nutzung des Bewegungsraumes außerhalb der Kinderbetreuungszeiten durch die gemeindeeigene Bibliothek vereinbart.

Der Gartenbereich ist ausschließlich den Kinderbetreuungseinrichtungen vorbehalten. Der Bereich mit der PKW-Abfahrtsrampe und Geräte- sowie Müllräumen wird überbaut und ebenfalls der Gartenfläche zugeschlagen. Die dadurch entstehenden Niveauunterschiede sollen für die Integration der Spielplatzausstattung dienen. Dem Gebäude vorgelagerte Terrassenflächen im Garten werden mit Holzlattenrosten oder alternativ mit Estrichplatten belegt. Der übrige Gartenbereich wird humusiert und mit Rasen und niedrigwüchsigen Sträuchern bepflanzt. Der alleeseitige überbaute Gartenabschnitt dient als Schattenplatz und ist vielfältig dreidimensional einsetzbar (decken- und wandmontierte Spielgerätschaften).

Zu B)    1-GRUPPIGE KINDER-TAGESBETREUUNGSEINRICHTUNG

Im Erdgeschoss des Gebäudes soll eine eingruppige Tagesbetreuungseinrichtung für Kleinkinder errichtet werden.

Der Zugang erfolgt über die Friedhofallee über einen Vorraum-, Garderobenbereich. Dem Vorraum angelagert befinden sich der Kinder-Sanitärraum und das Personal-WC. Vom Vorraum aus gelangt man über einen Personalgarderobenbereich in den Aufenthaltsraum. Die Küchenzeile (Aufwärmküche) ist in den Aufenthaltsraum integriert. Angelagert und mit der Option zur temporären Abtrennbarkeit versehen, befindet sich eine Schlafnische für maximal 15 Kinder auf 2 Ebenen im Raum.

Zur erweiterten Nutzung stehen der Tagesbetreuungseinrichtung in zeitlicher Abstimmung auch der Bewegungsraum des Kindergartens sowie der Gartenbereich zur Verfügung.

Zu A+B)    Folgende Materialien kommen bei Kindergarten und

Tagesbetreuungseinrichtung zum Einsatz:

Böden :

Allgemeinbereiche/Gruppenraum/Bewegungsraum/Küche KIGA:

Linoleum- und geölte Fertigparkettbeläge auf Estrich verlegt

Sanitärbereiche/

Küche Tagesbetreuung:

Fliesen auf Estrich verlegt

Terrassenflächen:                 Holzlattenroste (Alternativ: Estrichplatten)

Fallschutz Garten:                 gewaschener Rundkies (4/8mm), Kautschukgranulat

Wände:                                  Aussen: 25cm Massivmauerk aus Stahlbeton bzw. Hochlochziegel, 20cm Vollwärmeschutz, tw. Vorsatzschale innen,

Innen: Trockenbau-Metallständerwände

Alle Wände aus Gipskarton, weiß oder Farbe nach Wahl AN gemalt (Organo-Silicatfarbe)

Decken:                                 Abgehängte Decken, tw. akustisch wirksam, gespachtelt und weiß gemalt.

Nassräume:                           sind wandseitig verfliest oder erhalten einen hygienisch einwandfreien Versiegelungsanstrich (Küchen- und Lagerbereich)

Teilweise kommen abgehängte Gipskartondecken, ebenfalls weiß oder Farbe nach Wahl AN gemalt zum Einsatz, teilweise ist die deckengeführte Haustechnik sichtbar.

Fenster/Türen:                       Niedrigenergiestandard (2-Scheiben-Isolierverglasung)

Außenfassade:                     geputzte Vollwärmeschutzfassade

Oberflächen:                        geölte Oberflächen

Haustechnik:                         Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Zu C)    GESCHÄFTSLOKAL

Im Erdgeschoss des Gebäudes soll alleeseitig ein Geschäftslokal errichtet werden. Der überdachte Zugangsbereich über den Allee-, Parkplatzbereich ist kombiniert mit dem Kindergarten.

Das Geschäftslokal besteht aus einem Entreebereich in Verbindung mit Ausstellungsflächen für die Bibliothek, einem Barbereich, einem Lagerbereich unter dem Stiegenaufgang zur Bibliothek und einem Personal-WC. Das Gäste-WC ist kombiniert für Gäste des Geschäftslokals und der Bibliothek nutzbar.

Zu D)    BIBLIOTHEK

Über den gemeinsamen Eingang mit dem Geschäftslokal und in Ergänzung dazu über einen Durchladekabinenlift ist die im 1.Obergeschoss befindliche gemeindeeigene Bibliothek erreichbar. Die Bibliothek ist ebenfalls über das zentrale Stiegenhaus der Wohnhausanlage erreichbar.

Außerhalb der Kindergartenbetriebszeiten ist der Bewegungsraum für Veranstaltungen der Bibliothek nutzbar. Für die Lagerung der Bestuhlung und der Tische ist im Bereich unterhalb des internen Stiegenaufganges im Geschäftsbereich ein Abstellraum vorgesehen.

Die Bibliothek besteht aus zwei zusammenhängenden Räumlichkeiten, die über die raumbildende Inneneinrichtung gegliedert werden.

Zu E)    23 WOHNUNGEN

Über die Friedhofallee wird das zentrale Stiegenhaus für die Wohnungen erschlossen. Das Stiegenhaus verfügt ergänzend über einen Lift und verbindet die Tiefgarage bis zum Dachgeschoss. Zwei Gangbereiche erschließen vom Stiegenhaus aus den parallel zur Friedhofallee nord-süd-seitig situierten sowie den entlang des Parkplatzes west-ost-situierten Flügel. Sämtliche Allgemeinbereiche entsprechen den Vorgaben zur barrierefreien Erschließung. Im südlichen Gangbereich wird vom 1.OG bis zum DG eine Galerie mit Lichtkuppeln zur Brandrauchentlüftung ausgeführt.

Die Wohnungsgrößen bewegen sich zwischen 54m2 und 93m2. Sämtliche Wohnungen verfügen über Balkone bzw. Dachterrassen.

Böden :

Wohnbereiche:                    Fertigparkettbeläge auf Estrich verlegt

Sanitärbereiche/Küche:     Fliesen auf Estrich verlegt

Balkone/

Terrassenflächen:                 Holzlattenroste (Alternativ: Estrichplatten)

Wände/Decken:                  Aussen: 25cm Massivmauerk aus Stahlbeton bzw. Hochlochziegel, 20cm Vollwärmeschutz,

Innen: Trockenbau-Metallständerwände

Alle Wände sind geputzt bzw. gespachtelt und weiß gemalt. Alle Decken sind gespachtelt und weiß gemalt. Abgehängte Decken in Gipskarton,  gespachtelt und weiß gemalt.

Nassräume:                           sind verfliest, Böden wie Wände und erhalten eine abgehängte Gipskartondecke ebenfalls weiß gemalt. Alle Einrichtungsgegenstände sind Standard weiß.

Küche:                                    alle Anschlüsse für Wasser, Strom und Abläufe sind vorgerichtet.

Elektro:                                   alle Wohnungen erhalten eine Standard Elektroinstallation.

Fenster/Türen:                       Niedrigstenergiestandard (3-Scheiben-Isolierverglasung), 4 Stk. Brandrauchentlüftungen über Galerie im Dachgeschossgang-bereich, Tropfenbildungsklasse und durchsturzsicher lt. Ö-Norm

Absturzgeländer:                 sind in Stahlkonstruktion mit Glasfüllungsfeldern

Außenfassade:                     geputzte Vollwärmeschutzfassade

Ausstattung der Gänge:     Alle Gangflächen sind rutschsicher verfliest.

Aufzug:                                  Nennlast 630kg bis zu 8 Personen, behindertengerecht

Müllraum:                              von außen begehbar

Fahrradabstellraum:            in der Garage

SAT-Anlage:                          SAT-Anlage, digital

Fluchtwegeorientierungsbeleuchtung in sämtlichen allgemeinen Gangbereichen

I)   TIEFGARAGE

Die Tiefgarage bietet Platz für 52 PKW, 2 Stk. davon behindertengerecht. Die einspurige Tiefgaragenabfahrt mit begleitendem Fußgehweg befindet sich im Bereich der Kinogasse und wird über eine Ampel geregelt.

Das Untergeschoss (Garage, Schleusen, Technikraum und Eigenkeller) wird einerseits natürlich über das Rollgittertor und Jalousienkästen im Gartenbereich und andererseits mechanisch (über Dach) belüftet.

Der Tiefgaragenbereich ist derart angelegt, dass im Falle einer baulichen Erweiterung unter dem Nachbargrundstück die Garage mittels Durchfahrt unterhalb der Rampe erweitert werden könnte.

II)   VORPLATZGESTALTUNG/STRASSENRAUM

Die Außenanlagen werden in folgende Bereiche gegliedert:

1)    Vorplatzbereich Friedhofallee

Der Vorplatzbereich mit den Zugangswegen wird gestalterisch und betreffend die Materialienwahl der Oberflächen  in den Bestand integriert und rutschfest und frostsicher ausgeführt. Die Entwässerung erfolgt ebenfalls in den bestehenden Regenwasserkanal. Die Belastbarkeit mit Klein-LKW’s bzw. Schneeräumgerät-schaften ist sicherzustellen.

2)    Straßenraum Kinogasse

Im Bereich Kinogasse erfolgt die Zufahrt zur Tiefgarage an der Grenze zum benachbarten Kinogrundstück. Bei der Ausgestaltung des Strassenraumes wird auf die Herstellung von zusätzlichen Parkflächen für die Bringphase der Kinder geachtet. Der Bereich entlang der Westfassade zum Parkplatz hin wird geringfügig umgestaltet und mit einem Zugangsweg als Verbindungselement zwischen Kinogasse und Friedhofallee versehen.

III)    BAUMATERIAL/TECHNISCHE ANGABEN

Die Konstruktion erfolgt in Stahlbetonskelettbauweise. Die Außenwände werden, wo nicht statisch tragend wirksam, als Ziegelmauerwerk (Hochlochziegel) ausgebildet. Alle Außenwände werden mit mind. 20cm Vollwärmedämmfassade verkleidet.

Sämtliche Decken werden in Stahlbetonbauweise ausgeführt. Die Dächer werden als Flachdächer ausgeführt und  bekiest.  Die Entwässerung erfolgt vorwiegend an der Außenfassade mit Regenabfallrohren. Das Regenwasser wird zu 2 Stk. Sickerschächten in den Bereichen Friedhofallee und Kinogasse (südwest- und südostseitig des Gebäudes) geleitet. Frei auskragende Deckenelemente dienen zur Beschattung im Dachgeschoss.

Fundierung:                           Plattenfundament bewehrt lt. Statik

Decken:                                 Elementdecke mit Trittschalldämmung und Estrich, Unter- bzw. Überzüge nach statischer Erfordernis

Außenwände:                      je nach statischer Erfordernis, 25cm Massivmauerwerk aus Stahlbeton bzw. Hochlochziegel, außen mind. 20cm EPS-Vollwärmeschutz und Reibputz, Farbe gemäß Architekturkonzept, innen Putz oder Spachtelung

Säulen: Stahlbeton

Wohnungstrennwände:      5-schalige Gipskartonständerwand, mit Schalldämmeinlagen bzw. 20cm Stahlbeton mit Vorsatzschale

Stiegenhaus:                         Stahlbetonplatten mit Fliesen, Stufen elastisch gelagert

Dach:                                     Flachdach ausgeführt als Foliendach, wärmegedämmt, bekiest, teilweise mit Terrassennutzung (Estrichplatten in Split oder Holzroste)

Wasserversorgung:              Trinkwasser über das öffentliche Netz der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram.

Regenwasser:                       Versickerung der Regenwässer auf öffentlichem Grund in Sickerschächten.

Entsorgung:                           Schmutzwässer über das öffentliche Kanalnetz.

Beheizung:                            durch eine zentrale Pelletsanlage im Kellergeschoss, unterstützt durch thermische Sonnenkollektoren. Notkamine in jeder Wohneinheit

Elektrische Energie:              über das öffentlich Netz der EVN

Belüftung:                              Der Kindergarten, die Kindertagesbetreuungseinrichtung sowie das Geschäftslokal werden über ein kontrolliertes Be- und Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung mit Frischluft versorgt. Die Tiefgaragenbereiche werden mechanisch über Dach entlüftet.

Beschattung:                        Die sonnenseitig exponierten Fassadenbereiche werden durch die jeweils darüberliegenden Balkonzeilen beschattet bzw. erhalten fixe Vordächer. Zusätzlich besteht auf Sonderwunsch der Nutzer, die Möglichkeit außenliegende Beschattungselemente vorzusehen.

IV)    STATISTIK

GRUNDSTÜCKSGRÖSSE1.560,00m2
BEBAUTE FLÄCHE (inkl. Nebengebäude und Rampenabfahrt)1.022,00m2
UNTERBAUTE FLÄCHE1.628,00m2
UMBAUTER RAUM GESAMT     10.709,10m3
NUTZFLÄCHE 2-GRUPPIGER KINDERGARTEN391,80m2
NUTZFLÄCHE 1-GRUPPIGE TAGESBETREUUNG93,87m2
NUTZFLÄCHE GESCHÄFTSLOKAL58,87m2
NUTZFLÄCHE BIBLIOTHEK197,53m2
NUTZFLÄCHE WOHNUNGEN (23 Stk.)1.589,76m2
NUTZFLÄCHE GESAMT2.331,83m2

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