Kindergarten Wirbelwind, Gänserndorf

3-gruppiger Kindergarten-Neubau in Holzriegelbauweise in Passivhausstandard, ökologische Baumaterialien, 3-gruppige Erweiterungsoption, Mitgestaltung öffentlicher Raum

Konzept: DI M. Deubner | Architekt J.Lopez
Planung: DI M. Deubner | Architekt J.Lopez
Bauleitung: DI M. Deubner
Leistungen: Architektur, Landschaftsplanung
Besonderheiten: Klima (Aktiv Gold), Energie Monitoring,
Plusenergie

Ort: Gänserndorf
Bauherr: Gemeinde Gänserndorf
Konstruktion: Holzriegelbau
Nutzfläche: 679m²
Budget: 1.490.000 €
Bauzeit: 2014-2015
Projektart: Öffentliche Bauten

Beschreibung des Projekts Kindergarten Gänserndorf , Dr. Hörler-Gasse

Städtebauliches Konzept | Baukörper

Für die Situierung des Baukörpers wurde die L-Form als Grundstruktur gewählt. Das Gebäude nach Süden ausgerichtet und erstreckt sich als beruhigte Barriere nordseitig entlang der Grundgrenze zur dahinterliegenden Einfamilienhausbebauung und westseitig zum Park- und Vorplatzbereich. Das flächenmässig großzügige Grundstück ermöglicht einen Beitrag zum öffentlichen Raum und damit eine qualitätvolle Platzbildung im Kontext mit dem rundum neu entstehenden Stadtteil.

Architektonisches Konzept

Das Foyer dient als zentrales räumliches Element mit mehrfacher Nutzungsmöglichkeit. Südseitig ist eine stufenförmig ausgebildete Bibliothek für Kinder und Eltern vorgesehen, die gleichzeitig als Tribüne für diverse Veranstaltungen dient. Die Küche öffnet sich zum Foyer hin wohnküchenartig und ist durch die Kinder auch gangseitig mitnutzbar. Entlang einer längsgestreckten Erschließungsachse sind nordseitig die funktionalen Nebenräume sowie der Bewegungsraum angeordnet. Eine großzügige Lichtkuppel verleiht dem Gebäude seine prägnante Form und versorgt die zentralen und nordseitigen Bereiche des Gebäudes mit Licht. Die Knickpunkte des Ganges und die Garderobenbereiche schaffen vielseitig nutzbare Spielnischen und sind ebenfalls flexibel in das Raumkonzept integrierbar. Über die Sanitärbereiche gelangt man ins Freie. Der Bewegungsraum ist über die gesamte Länge zum Gang hin erweiterbar und verfügt über einen eigenen Ausgang zum Sommergarten; einen Bereich im Freien für die heißen Tage des Jahres. Die drei Gruppenräume sind südseitig orientiert und verfügen über je einen Abstellraum, eine Rückszugsnische und eine erhöhte Galerie. Ein wesentlicher gestalterischer Aspekt liegt auf dem Übergang von Gebäude zu Gartenbereich, einerseits über gezielte Sichtbeziehungen ins Freie sowie andererseits über die Verschmelzung der baulichen Strukturen von innen und außen über den Spielhügel und die Sandgrubenbereiche.

Öffentlicher Raum | Garten und Spiel

Die Vorplatzgestaltung zielt einerseits auf eine Verstärkung des Kontaktes zwischen den Eltern untereinander sowie zu den PädagogInnen ab und zum anderen stellt sie einen Beitrag zum öffentlichen Raum in einem künftig etappenweisen verbauten Wohnungsgebiet dar. Es finden sich Gestaltungselemente zum Verweilen, Beklettern und Bespielen sowie Grünflächen und Pflanzungen. Auf eine pflegeleichte und vandalismussichere Ausführung wird besonders Wert gelegt. Der Durchgangsbereich von Vorplatz zu Garten ergibt eine Sichtachse Der Geländeanstieg zum Dach dient als zentrales Gestaltungselement mit vielfältiger Nutzbarkeit: Rodelhügel, ‚Fühlpfad‘, Spielturm, Terrassierung, Gartenschuppen, überdachter Außenbereich im Anschluss ans Foyer, Verschmelzung des Gebäudekörpers mit dem Gartenbereich

Konstruktion

Holzbauweise (Riegel od. Massiv) Dach: Steildach hinterlüftet, Blechdeckung Flachdach extensiv begrünt oder mit Kiesauflage, hinterlüftet Fassaden: vertikale vorbehandelte Holz-Leistengliederung sowie geputzte Fassadenbereiche

Erweiterbarkeit

Die Vorbereitung der Erweiterbarkeit um weitere 3 Gruppen ist im Bauteil1 bereits berücksichtigt – Vorbereitung von Heizungs-, Lüftungs- und Installationseinbindung Erweiterbarkeit kostengünstig ohne Störung des laufenden Betriebes möglich Die Gleichwertigkeit der Ausstattungs- und Raumqualität beim Zubau gegenüber dem Bestand ist sicherstellen

Belichtung | Beschattung | Sommerliche Überwärmung

Kontrolliertes Lüftungssystem, brunnenwassergekühlt Erhöhung der Speichermasse durch Verwendung von z.B. Heraklithplattenelementen in der Deckenuntersicht – gleichzeitig akustisch wirksam! Kontrollierte Nachtlüftung bzw. Spitzenlüftung bei Bedarf über z.B. CO2-gesteuerte Lüftungsflügel in den Gruppenräumen und dem Bewegungsraum über die zentrale Lichtkuppel (s.a. Schnittdarstellung) Konstruktive Verschattung durch Überbauung der Fassaden Mobile Beschattung an den Fassaden (windbeständige Ausführung) Sonnenschutzverglasung nach bauphysikalischem Erfordernis an exponierten Teil-Fassadenbereichen, wo eine mobile Beschattung kostenmässig nicht dafür steht.

Heizung

Ökologisch und ökonomisch optimiert erfolgt ein Anschluss an das lokale Fernwärmenetz mit einer Übergabestation im Technikraum. Aufgrund des erwarteten sehr geringen Warmwasserverbrauches in Kindergärten wird dieses dezentral bei den Verbrauchsstellen elektrisch erzeugt. Dadurch kommt es zu keinem stehenden Warmwasser in den Leitungen und damit zu keiner Legionellenproblematik. Es sind keine gedämmten Leitungsführungen erforderlich; d.h. energie- und materialeffizient.

Lüftung

Die mechanische Belüftung erfolgt zur Sicherung der Luftqualität und zur Wärmerückgewinnung über ein kontrolliertes Lüftungssystem mit einer vereinfachten Strangführung (1x Zuluft, 1x Abluft) und minimaler Dimensionierung. Eine Spitzenlüftung kann im Bedarfsfall Co2- und temperaturgesteuert über die Fensterflügel und die Lichtkuppel erfolgen. Ein Brunnenwasserregister dient zur Luftvorkühlung im Sommer.

Steuerung

Zur Steuerung sämtlicher haustechnischer Einrichtungen (Heizung, Lüftung, Fensterflügel, Licht, Türöffner, Gegensprechanlage) ist ein ‚Smart Home‘-System angedacht. Zusätzlich bietet dieses System: Erfassung und Monitoring sämtlicher Datenströme von Verbrauchern und Erzeugern und dadurch die Optimierung der Energiebilanz sowie die Darstellung der Werte für die Öffentlichkeit vereinfachte Fernwartung bei Störungsmeldungen über Smart- Applikationen wie Handy, Tablet oder PC

Photovoltaik

40 bis 50 kWp-Anlage frei aufgeständert, Beitrag zur Option ‚Plusenergie‘ kostengünstige Montage auf Blechfälzen im Steildachbereich optimierter Neigungswinkel mit gleichzeitig dachhautintegrierter Optik Es soll im Konzept die Möglichkeit mitangeboten werden, eine spätere Nachrüstbarkeit des Gebäudes um Speichermedien (Akkus), sobald diese wirtschaftlich leistbar sind, zu gewährleisten. Dafür sind der entsprechende Platzbedarf und die technisch notwendigen Features bzw. Vorbereitungsmaßnahmen zu eruieren

Wassernutzung

Brunnenwassernutzung für die WC-Anlagen und die Gartenbewässerung Wassersparende Einrichtungen bei den Armaturen Bewusstseinsbildung bei Personal und Kindern durch Veranschaulichung des üblichen Verbrauches pro Person/Tag durch Schaubilder Automatische Beregnungsanlage für die Gartenflächen – wassersparende Tröpfchenbewässerung für Pflanzstreifen und Beete, Regner für Rasenflächen

Bauökologie

Holzfertigteilbauweise – rascher Baufortschritt, nachwachsender Rohstoff, positive CO2-Bilanz, Recyclierbarkeit Vermeidung von Emissionen in den Innenräumen durch den Einsatz von natürlichen Materialien – Zusammenarbeit mit Fachinstitutionen (bauökologische Betreuung der Ausschreibung) Kostenneutralität gegenüber konventionellen Produkten bei sorgfältiger Prüfung und gezieltem Einsatz

Pädagogik

Bereits im Vorfeld intensive Einbindung von PädagogInnen aus der Praxis in die Konzeptionierung und Umsetzung

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